Dreißigjähriger Krieg: Kriegsverlauf in der Freien Reichsstadt Wimpfen
zusammengestellt nach "Wimpfen am Neckar" von Dr. A. von Lorent, 1870.
(Genaue Datumsangaben sind problematisch, da beginnend mit dem Jahr 1582 von der katholischen Kirche der
Gregorianische Kalender eingeführt wurde, den die protestantischen deutschen Territorien aber erst 1700
übernahmen.)
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| 1619 |
| April |
P |
Quartier für 200 Mann unter Graf Styrum. |
| Juni |
P |
Quartier für 150 Reiter des Markgrafen von Brandenburg; im Juli
und August noch einmal. |
| September |
P |
Quartier für 60 Reiter des Landgrafen Moritz von Hessen, später
für einen Rittmeister mit 125 Pferden und 2 welschen Kompanien. |
| September |
P |
Am 26. übernachtet Friedrich von der Pfalz mit Gefolge auf der Reise nach Prag. |
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| 1620 |
| Juli |
P |
Einquartierung von sieben Fähnlein samt Tross des Joachim-Ernst von Brandenburg-Anspach;
später Reiterei des Oberst Hans Georg von Lichtenstein mit 160 Pferden, dann 300 Soldaten und 250 Pferde
Nachzug; Plünderungen! |
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| 1621 |
| Oktober |
P |
Erpressung von 7000 Gulden unter Androhung von Gewalt durch Mansfeld. |
| November |
K |
Wimpfen wird von kaiserlichen Truppen unter Jean de la Quedra eingeschlossen und die Herausgabe einer großen Menge
Munition erpresst. |
| Dezember |
K |
Stationierung einer "Schutztruppe" (Sauvegarde) von 80
bayerischen Soldaten durch Oberst von Montaigne, die alsbald durch Diebstähle und
Schickanierung der Bevölkerung zu einer Landplage werden. Ein
Schutzbrief Tillys verhindert aber zunächst weitere
Einquartierungen. |
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| 1622 |
| März |
K |
Tilly legt ein Fähnlein Infanterie ins Stift in Wimpfen im Tal. |
| April |
K |
Tillys ganze Armee lagert in der ersten Aprilhälfte im Wimpfener Gebiet; alle
Lebensmittel gehen aus. Mitte des Monats Einquartierung von 300 Fußsoldaten; die Soldatenweiber, Kinder
und der Tross werden nach Bitte des Stadrats um Entlastung nach
Jagstfeld verlegt. 500 Musketen samt Munition werden beschlagnahmt.
Gegen Ende des Monats Beginn des Baus von Schanzen in den Feldern bei Wimpfen.
Plünderung von Biberach durch bayerische Truppen. Am 24. April Ankunft der ganzen
bayerischen Armee nach ihrer Niederlage in der
Schlacht bei Wiesloch. |
| Mai |
K |
Der 6. Mai ist der Tag der Schlacht bei Wimpfen. Tilly siegt unter
großen Verlusten über die badischen Truppen. Zwei Tage später
zieht Tilly ab; 800 Mann und 200 Pferde bleiben zunächst bei
Wimpfen zurück. Die Stadt ist voller Verwundeter; Krankheiten brechen aus.
Plünderungen, Gewalt, Brandstifungen; "die
Kroaten stehlen alles". |
| Juni |
K |
Ende des Monats zieht Montaigne mit den meisten Soldaten ab; 250 Mann Besatzung
unter Obertleutnant Escher von Bönningen bleiben zurück und marodieren ohne Recht und Gesetz wie eh und je. |
| August |
K |
Escher zieht ab, dafür kommt Hauptmann von Heberstein mit 160 Mann, die seither
vor der Stadt kampierten; am 24. August kommt noch ein Fähnlein
Fußvolk dazu. |
| September |
K |
Heberstein zieht ab; es bleibt wie früher eine Besatzung von 80
Mann unter Hauptmann von Croneck, die sich nehmen, was sie wollen. |
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| 1623 |
| März |
K |
Cronecks Truppe wird abgezogen und durch die des irischen Kapitän von Tranit
ersetzt. Gegen Ende des Monats erhält Wimpfen die Bewilligung, die Schanzen vor der Stadt zu schleifen, damit die
Felder wieder bebaut werden können. |
| Oktober |
K |
Tranit wird abgezogen, es kommt Hauptmann Kempf mit 50 Mann. |
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| 1624 |
| Januar |
K |
Einquartierung von 100 Soldaten unter Oberstwachtmeister von Levin
nach Biberach. Sie müssen täglich mit Wein, Brot, Fleisch und Gemüse verpflegt werden. |
| August |
K |
Die 50-Mann-Besatzung in Wimfen zieht ab. Der Wimpfener Dekan und
Heidelberger Stadthalter Heinrich von Metternich ersetzt sie im
September durch 15 andere, denen aber nur noch Unterkunft gegeben werden muss. |
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| 1625 |
| April |
K |
Eine Kompanie vom Wittenhorstischen Regiment logiert in Biberach. |
| Mai |
K |
Ein Regiment unter Oberstwachtmeister Schwalitzky haust für einige Tage
in Biberach. |
| August |
K |
Fünf Wallensteinische Kompanien unter Oberstleutnant von Hatzfeld
liegen für mehrere Tage in der
Umgebung; wieder einmal Verwüstungen in Biberach. |
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| 1626 |
| Mai |
K |
Überfall und Pferdediebstahl in Biberach. Später Einquartierung
von 100 bayerisch-pfälzische Soldaten in Biberach. |
| Dezember |
K |
Einige hundert Soldaten werden für mehrere Tage in Biberach und Wimpfen
einquartiert. |
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| 1627 |
| Mai |
K |
Ein marodierender Truppenverband unter Kapitän Georg David von Planitz
haust in den Dörfern. |
| Juni |
K |
Reiterverbände unter Oberst Philipp Cratz von Scharpffenstein erpressen Abgaben in der
Stadt. Wimpfen stellt
eine Art Bürgerwehr zum Schutz vor diesen Soldaten auf. Im August
wird ein Reiter erschlagen, der seinem Kommandeur bezahlt werden
muss! |
| Dezember |
K |
Durchzug von viel Wallensteinischem Volk. |
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| 1628 |
| Januar |
E |
Viel Schaden durch spanische Reiterei aus der Armee von Cordoba
die in den Dörfern lagern. Wimpfen im Tal wird von marodierenden
Reitern überfallen. |
| März |
E |
Die Reiterei zieht aus Biberach und Hohenstadt ab. Dafür kommen
zwei neue spanische Kompanien nach Wimpfen im Tal. |
| April |
E |
Der Versuch, die Mauern von Wimpfen
am Berg in der Nacht zu übersteigen, scheitert an der
Aufmerksamkeit der Stadtwächter. Die Cordobasche Reiterei
drangsalierte die Bevölkerung während des ganzen Jahres. |
| Dezember |
K |
Die spanischen Reiter ziehen aus dem Tal ab. |
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| 1629 |
| Januar |
E |
Wieder Einquartierung einer kleinen, aber gewalttätigen Truppe
spanischer Reiterei. |
| Februar |
K |
Einquartierung von bayerischer Infanterie; der Magistrat von
Wimpfen bricht den Widerstand der Bevölkerung von Wimpfen im Tal
gegen die Gewalttaten der Soldaten dadurch, dass zwei Bürgermeister
und 8 Bürger aus dem Tal in den Turm gesperrt werden! Man kann das
als Entgegenkommen gegenüber Metternich sehen, der in diesen Jahren
auf der kaiserlich-bayerischen Seite viel für Wimpfen tat. |
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| 1630 |
| |
E |
Die spanische Reiterei verbleibt das ganze Jahr über im Tal. |
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| 1631 |
| Januar |
E |
In Wimpfen im Tal haust weiterhin eine kleine spanische
Besatzungstruppe. Es ziehen in den folgenden Monaten aber auch immer wieder
andere kaiserliche Truppen durch. |
| Februar |
K |
Ein Beispiel für die üblichen Schikanen: In Biberach erpresst eine
16köpfige Truppe Verpflegung von den Bauern, wirft dann aber die Weinkannen aus dem Fenster und das vorgesetzte Essen
auf den Boden und zwingt die Bauern, darauf herumzutrampeln. |
| Mai |
P |
Nach den Erfolgen des Schweden Gustav Adolf erscheinen
württembergische Truppen in Wimpfen; die Spanier ziehen
kampflos ab. Der 150-200 Mann starke württembergische Verband verlangte allerdings
nur Unterkunft. |
| Juli |
K |
Die Württemberger müssen abziehen, es kommt wieder eine Kompanie
kaiserlicher Reiter mit vielen Weibern und Kindern. Die Truppe
erpresst von der Stadt viele Gewehre und Geschütze und eine große
Menge Munition. Im September ziehen sie ab. |
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| 1632 |
| Januar |
S |
Nachdem Heilbronn am 23.12.31 von den Schweden eingenommen worden
war, erschienen 2 Kompanien schwedischer Truppen des Generals Horn vor Wimpfen und
werden als Glaubensbrüder auch eingelassen. Doch sogleich stellt
sich heraus, dass sie keinen Deut besser sind, als die kaiserliche
Seite. |
| Oktober |
P |
Zwei Kompanien hessischer Reiter werden in Wimpfen im Tal
stationiert. Die Stadt wird verpflichtet, eine monatliche
Contribution von 788 Talern an die schwedisch-protestantische Seite
zu entrichten. |
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| 1633 |
| Januar |
P |
Weitere 30 Reiter wollen Quartier im Tal. Nach erfolglosem Protest
bewaffnet der Rat die Bürger, lässt die Tore schließen und die
Reiter mit Gewalt verjagen. Der Rat beschließt, pro 30 männliche
Einwohner je einen zum Wachdienst zu verpflichten. |
| März |
P |
Im Rahmen des Heilbronner Bundes wird für Wimpfen eine monatliche
Steuer von 960 Talern festgesetzt. Außerdem sind 40 Infanteristen,
4 Packpferde und 2 Knechte zu stellen. Es gelingt nicht, für diese
Kontingent Freiwillige anzuwerben, so dass ausgelost werden muss. |
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| 1634 |
| Februar |
P |
Major Edmond rückt mit einer Kompanie Reiter vor Wimpfen, um mit
Gewalt den ausstehenden Beitrag zum Heilbronner Bund einzutreiben. |
| April |
P |
Einquartierung mehrerer Kompanien in den Dörfern Biberach und
Hohenstadt, im Juni desgleichen. |
| August |
P |
36 Kranke und Verwundete werden in Wimpfen untergebracht. |
| September |
K |
Nach der Schlacht bei Nördlingen und der Eroberung von Heilbronn
erscheint gegen Ende des Monats der kaiserliche General Gallas vor
Wimpfen, das sich kampflos ergibt. Wimpfen erhält wieder eine
kaiserliche Garnison. Die truppen versuchen immer wieder, große
Mengen an Lebensmitteln und Geld zu beschlagnahmen. Ein großes
Problem stellen auch die vor den Kaiserlichen in die Mauern von
Wimpfen geflohenen Bewohner von Bonfeld und Eisesheim dar, weswegen
der Rat von diesen Orten eine Beteiligung bei der Befriedigung der
enormen Geldforderungen der Kriegsherren fordert. |
| Dezember |
K |
Ende Dezember bis Mitte Januar logiert der Generalstab der
bayerischen Armee in Wimpfen. Wimpfen ist völlig überschwemmt von
Soldaten unter Oberstleutnant Clary. |
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| 1635 |
| Januar |
K |
Clary zieht ab, Truppen aus den Regimentern des Giulio Diodati
unter einem Obertswachtmeister Neumann folgen und setzen die
Auspressung von Stadt und Land fort. Unwilligkeit der Stadt wird mit
tagelangem Einsperren der Ratsherren und Aufbrechen der
Kellergewölbe im Steinhaus beantwortet. Auffällig an den Berichten
aus dieser Zeit ist, dass die Soldaten nicht wie früher
hautsächlich auf den Raub von Lebensmitteln und Futter für den
Eigenbedarf aus sind, sondern dass immer Geld verlangt wird.
Anscheinend hatte sich eine funktionierende Kriegswirtschaft
etabliert. Der Rat geht mehr und mehr dazu über, das Geld mit
Gewalt von den Bürgern einzutreiben. Besonders zu leiden haben
darunter die Juden. |
| April |
K |
Nach Wimpfen im Tal wird zusätzliches salzburgisches Kriegsvolk
gelegt. |
| Mai |
K |
Zwei Kapuziner-Mönche erscheine in Wimfen, um die
Gegenreformation einzuleiten. Sie setzen sich mit Gewalt in den
Besitz der Burgkapelle. Ihre Bemühungen sind aber von vorne herein
zum Scheitern verurteilt. Ende Mai ziehen die Truppen unter Neumann
ab und lassen eine 30köpfige Besatzung zurück. |
| Juli |
K |
Der Prager Frieden wird in Wimpfen bekanntgegeben. Die
salzburgische Besatzung im Tal zieht ab. |
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| 1636 |
| Oktober |
K |
Wimpfen leidet weiterhin unter den unersättlichen Forderungen der
Besatzungstruppe. Jetzt kommt eine Auflage hinzu, monatlich 2000
Taler an die Besatzung der Stadt Heilbronn abzuführen oder eine
Kompanie Reiter zu unterhalten. Wimpfen zahlt. |
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| 1637 |
| Januar |
K |
Mitte des Monats trifft ein Schreiben von Kaiser Ferdinand II.
ein, das Wimpfen von der Verpflichtung, die 2000 Taler zu zahlen,
entbindet. Trotzdem bleibt die Stadt mit ständigen Geldforderungen
der Besatzungstruppen konfrontiert, im Jahr 1637 insgesamt ca. 5000
Taler. Wenn man diese Summen
sieht, dann wird klar, dass trotz allem Krieg immer noch ansehnliche
Einkünfte vorhanden gewesen sein müssen. Es wird weniger von
Plünderungen berichtet, sonder von unter Gewaltandrohung erpressten
finanziellen Kontributionen. Das Militär wird das eingenommene Geld
wohl umgehend wieder für die Beschaffung des Lebens- und
Kriegsnotwendigen ausgegeben haben. |
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| 1638 |
| Januar |
K |
Die Besatzung wechselt wieder einmal. Es kommt ein kommt ein Trupp
aus der kroatischen Reiterei des Generals Isolani, denen ein
schrecklicher Ruf als Räuber, Mörder und Brandstifter vorauseilt.
In Wimpfen führen sie sich aber anscheinend auch nicht schlimmer
auf als ihre Vorgänger. Ende Mai ziehen sie wieder ab. Ansonsten
scheint es in Wimpfen in diesem und den folgenden Jahren recht ruhig
gewesen zu sein. |
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| 1639 |
| Januar |
K |
Eine kroatische Reiterkompanie unter Rittmeister Guschenik lagert
zunächst im Tal, schlägt dann aber die Stadttore am Berg ein und
nimmt mit Gewalt Quartier. |
| Mai |
K |
Die Kroaten ziehen ab, lassen aber eine Besatzung von 12 Reitern
zurück. |
| August |
K |
Die Kroaten werden durch 18 Mann aus dem Edelstättischen Regiment
abgelöst. |
| Dezember |
K |
Wimpfen wird zunächst vor die Wahl gestellt, entweder 400 Taler
zu zahlen, oder eine Kompanie Dragoner ins Winterquartier zu nehmen.
Man wählt die Geldzahlung, was meine weiter oben geäußerte
Vermutung über die Kriegswirtschaft bestätigt. Von Besatzung
bleibt man deswegen aber nicht verschont: Die Edelstätter werden
abgezogen, 24 Reiter aus den Verbänden des Johann von Werth kommen. |
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| 1640 |
| Februar |
K |
Die Besatzung wechselt; 13 andere Söldner. |
| Juni |
K |
Wieder Besatzungswechsel. Es kommen 9 Dragoner. Das Auswechseln
der Besatzungen scheint mit System betrieben worden zu sein, wohl um
Fraternisierung zwischen den Soldaten und der Bevölkerung zu
vermeiden. Während des restlichen Jahres waren immer zwischen 5 und
15 Söldner in der Stadt, denen zuletzt aber nur noch Quartier
gegeben werden musste. |
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| 1641 |
| |
K |
Eine Viertelkompanie Werth'scher Reiter sind für 4 Monate
einquartiert. Weiterhin Kontributionszahlungen. |
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| 1642 |
| |
K |
Kontributionszahlungen, z.B. 2631 Taler für die Offenburger
Garnison. |
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| 1643 |
| Februar |
K |
Vier Kompanien eines lothringischen Regiments lagern bis zum März
im Tal und müssen versorgt werden. |
| Oktober |
K |
Zwei lothringische Regimenter. |
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| 1644 |
| |
K |
Wechselnde Stationierungen, für die weit über 10 000
Taler aufgebracht werden mussten. |
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| 1645 |
| Juni |
F |
Am 28. Juni erscheint die französische Armee unter Turenne vor
Wimpfen, wo kurz vorher die kaiserliche Garnison von 34 Söldnern
noch um 50 Dragoner aufgestockt worden ist. Die Hauptmacht der
Kaiserlichen unter General Mercy liegt auf der anderen Seite des
Neckars zwischen Heilbronn und Neckarsulm (vermutlich auf den
Höhen). Da die kaiserliche Besatzung in Wimpfen sich nicht ergeben
will, beginnen die Franzosen noch am Nachmittag, die Stadt mit acht
mittelschwerden Geschützen (halbe Kartaunen) zu beschießen. Man
geht dabei anscheinend recht wahllos vor, denn die Mühlen und die
Vorstand von Wimpfen am Berg werden eingeäschert, aber auch Wimpfen
im Tal stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Mauern von Wimpfen
zeigen schon erste Schäden, da gibt die Besatzung auf. Die
französiche Hauptmacht zieht am nächsten Tag über den Neckar
weiter in Richtung Rothenburg. In Wimpfen bleibt eine französische
Besatzung von 200 Mann zurück. |
| September |
F |
Die französische Armee, die nach einigen Kämpfen in Franken
jetzt das noch von den Kaiserlichen gehaltene Heilbronn belagert,
zieht sich nach Philippsburg zurück, da ein überlegenes
bayerisch-österreichisches Heer im Anmarsch ist. In Wimpfen bleibt
eine starke Besatzung von etwa 360 französischen Soldaten und viel
schweres Geschütz zurück. |
| Oktober |
K |
Da die Eroberung von Philippsburg als ausichtslos angesehen wird,
wenden sich die Kaiserlichen unter Erzherzog Leopold und
Feldmarschall Gleen gegen Wimpfen. Am 10. des Monats sind 10
Geschütze (vermutlich auf dem Altenberg) installiert, die mit der
Beschießung der Stadt beginnen, da sich die Franzosen nicht ergeben
wollen. Die Beschießung dauerte sechs Tage. 2560 Kanonenkugeln
sollen in Wimpfen eingeschlagen sein. Die Freie Reichsstadt Wimpfen
wird so von den Truppen ihres eigenen Herrn und Kaisers in Trümmer
geschossen. Am 21. Oktober befiehlt Gleen, die Türme und
Befestigungen abzutragen, damit die Stadt nicht mehr als Festung dienen kann.
Die Tore werden verbrannt. Dies
ist der traurige Tiefpunkt der Geschichte der Stadt Wimpfen. |
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| 1646 |
| |
K |
In Wimpfen liegt eine kleine Schutztruppe von 5 Soldaten. Das
ganze Jahr über sind Hilfeleistungen nach Heilbronn zu leisten, zum
einen ein finanzieller Beitrag von 30 Talern monatlich, zum andern
aber auch Männer für Schanzarbeiten. |
| August |
S |
Ein schwedischer Trupp plündert Mitte des Monats Wimpfen. Alle zu
findenden Kisten und Truhen werden aufgebrochen. Der Inhalt, z.B.
wichtige Schriftstücke, wird einfach in der Gegend herumgeworfen,
wenn er für die Söldner nutzlos ist. Gegen Ende des Monats wird
Heilbronn ohne großen Widerstand von den Schweden eingenommen. Die
von Wimpfen aufzubringenden Leistungen gehen weiter, jetzt an die in
Heilbronn liegenden Schweden. |
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| 1647 |
| |
F |
Heilbronn ist von französischen Truppen besetzt. In Wimpfen liegt
weiterhin eine kleine französiche Besatzung. Auch die
eingeforderten Hilfeleistungen nach Heilbronn bleiben bestehen.
Gelegentlich lagern auch größere Verbände in dem jetzt völlig
wehrlosen Wimpfen. |
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| 1648 |
| Mai |
F |
Im Rahmen der letzten schwedisch-französischen Offensive des
Krieges ziehen auf der anderen Neckarseite Truppenverbände durch.
Der Rat empfiehlt den Fährleuten am Neckar, aufzupassen, und sich
bei der Annäherung von Soldaten aus dem Staub zu machen. |
| November |
S |
Anfang des Monats wird in Wimpfen bekannt, dass in Münster und
Osnabrück Frieden geschlossen wurde. Schweden bekommt als
Gegenleistung für den Abzug seiner Truppen fünf Millionen Taler
zugesprochen, von denen Wimpfen als reichsunmittelbare Stadt gemäß
seiner ehemaligen Steuereinstufung etwa 1/500 zu tragen hat (genau
10680 Taler). |
| |
S |
Die Belastungen durch Unterhaltsleistungen für die großen, im
Raum Heilbronn-Neckarsulm-Wimpfen liegenden französich-schwedischen
Verbände gehen unvermindert weiter. Ende November kommen noch zwei
irländische Kompanien nach Wimpfen. |
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| 1649 |
| Januar |
S |
Da Wimpfen seinen Verpflichtungen nicht gegenüber den noch in der
Gegend liegenden Truppen nicht nachkommen kann, versucht man, in
Heilbronn ein Darlehen von 900 Talern zu erhalten, was aber nicht
gelingt. Nun versucht man, zwei Glocken zu verkaufen. Es meldet sich
ein Heilbronner, der 1050 Taler bietet.
Ende des Monats ziehen die Iren dann ab. Sie sollen furchtbar
gehaust und riesige Schäden angerichtet haben. In den Heeren
herrschte zu dieser Zeit eine enorme Frustration und Zukunftsangst.
Die Söldner und ihre mitziehenden Familien waren im Krieg geboren
und kannten nichts als das Kriegshandwerk. |
| Februar |
S |
Für 14 Tage liegen wieder drei schwedische Kompanien in Wimpfen.
Nach Heilbronn sollen 824 Taler monatlich gezahlt werden. Die
Angaben zur Höhe der Abgaben in diesen Jahren wechseln ständig.
Ich nehme an, dass es ein ständiges Geschachere gab zwischen
überhöhten Forderungen einerseits, der Behauptung man habe nichts
mehr andererseits, und der Zahlung von Teilbeiträgen nach Androhung
militärischer Gewalt. Jedenfalls muss Wimpfen jetzt seinen Hof in
Flinsbach verkaufen, um Geld in die Hand zu bekommen. Der
schon abgeschlossene Glockenverkauf wird rückgängig gemacht und
der Käufer mit 6 Morgen Acker und 9 Morgen Wiesen abgefunden! In
diesem Jahr wurde auch das Fünftel von Rappenau, das der Stadt
Wimpfen gehörte, für 800 Gulden an Weiprecht von Gemmignen zu
Hornberg verkauft. |
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| 1650 |
| Februar |
_ |
Das Dorf Biberach wird für 20000 Taler an Generalmajor von Klug
verkauft. |
| Juli |
F |
Die Franzosen ziehen ab, und damit endet die Wimpfener
Zahlungsverpflichtung nach Heilbronn. |
| Oktober |
S |
Wimpfen kann seiner Zahlungsverpflichtung aus dem Friedensschluss
nicht nachkommen und bekommt daher noch einmal für über zwei
Monate eine schwedische Besatzung. Am 9. Oktober 1650 ziehen die
Schweden ab. Der Krieg ist für Wimpfen vorbei. |
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| 1651 |
| |
_ |
Der Rest der Kriegsschulden an die Schweden wird bezahlt. |
|
| 1652 |
| |
_ |
Wimpfen schickt Sammler in viele größere Reichsstädte, aber
auch über Deutschland hinaus in Gebiete, zu denen irgendwelche
Beziehungen bestehen, um Geld für den Wiederaufbau einzunehmen. An
diese Zeit erinnert noch heute das Nürnberger Türmchen in der
nähe des Roten Turms, das eine dankbare Widmung an diese große
Reichsstadt darstellt. Wimpfen baute seine Stadtmauern in den
folgenden Jahrzehnten wieder auf. Viele ältere Bauwerke im Innern,
vor allem auch in der ehemaligen Stauferpfalz, wurden aber als
Steinbruch ausgeschlachtet. |
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